Stallparade bei Harald Grube

(17.02.2010/wis) Auf ein gutes Jahr kann der Altmeister der hannoverschen Trainergilde Harald Grube zurückblicken, wenn er das Rennjahr 2009 Revue passieren lässt.

Bei einem überschaubaren Lot kamen 10 Siege zusammen. „Eigentlich wären es sogar 11 Siege gewesen. Doch rief ein unbeteiligter Trainerkollege aus der Nachbarschaft im Nachhinein die Stewards auf den Plan, dass die in Anspruch genommene Gewichtserlaubnis beim Sieg von Unisonow in Hannover nicht korrekt gewesen war. Ich sehe das zwischenzeitlich aber mit der nötigen Gelassenheit", berichtet Grube.

Besonders gerne erinnert sich der Trainer an den Juli zurück, als in Hamburg ein Sieg gelang und anschließend in Bad Harzburg gleich vier von sechs gesattelten Kandidaten als Sieger in den Absattelring zurückgekehrt sind und anschließend in Bad Doberan noch ein weiterer Erfolg draufgesetzt werden konnte. Untermauert wird das positive Jahresergebnis zudem vom besten Schnitt Starter/Siege aller Neue Bult-Trainer.

Gerüchte, dieses Jahr könnte die letzte Saison für Harald Grube als Trainer sein, verweist der Coach in das Reich der Märchen. „Ich werde mit Sicherheit noch einige Jahre dranhängen, bevor ich meinen Lebensabend in Australien verbringen werde. Dort dann aber nicht mehr als Trainer, sondern als Privatier und Rennsportpensionär."

Besonders lobend äußert sich Harald Grube über sein kompetentes und fleißiges Stallteam, aus dem Petra Draper-Simmendinger, Sandra Schilling und Sabrina Schill nicht mehr wegzudenken sind. Vor allem Letztgenannte genießt auch als Reiterin das volle Vertrauen des Trainers, der die gute Zusammenarbeit mit allen Damen in höchsten Tönen lobt. Bei der Rittvergabe wird neben Sabrina Schill auch wieder Wladimir Panov eine große Rolle spielen.

Hinsichtlich der Besitzer am Stall gibt es kaum Veränderungen. Über Jahre anhaltende Verbindungen prägen das Bild, wobei der Trainer betont, dass seine Hauptpatronin der früheren Jahre, Erika Alice Bass, doch sehr vermisst wird. Die Hannoveranerin hatte sich bereits vor geraumer Zeit gänzlich auf die Kanalinsel Jersey zurückgezogen und in diesem Zusammenhang auch vor einigen Jahren ihren Rennstall aufgelöst. Dennoch hofft Harald Grube, dass es in einer kleinen Form eines Tages noch einmal ein Comeback der sympathischen Pferdenärrin als Besitzerin am Stall geben wird. „Vorher gehe ich nicht in den Ruhestand" witzelt Grube zu diesem Thema.

Als Punktemacher sollen vor allem die etablierten Kandidaten fungieren. Doch findet man auf der Trainingsliste auch einige neue Namen. Dazu gehört die zweijährige Piatessa (Law Society – Public Spirit), die die Farben des Stalles Hof Alt Godshorn vertreten wird. „Sie ist eine kräftige und großrahmige Stute, bei der wir erst einmal sehen müssen, wie sie ihre ersten Einheiten absolvieren wird. Bis zu ihrem ersten Auftritt müssen wir aber bestimmt noch ein bisschen warten", berichtet der Trainer.

Das Lot der Dreijährigen wird in alphabetischer Reihenfolge von Big Mick angeführt, der vor drei Monaten in den Stall gekommen ist. Der Second Set-Sohn wird alles tolles Pferd beschrieben, der bereits das Modell eines Vierjährigen verkörpert. „Er ist ein richtiger Bollermann und macht sich bereits sehr gut. Ich könnte mir vorstellen, dass er einer für die besseren Aufgaben werden könnte. Ich bin auf ihn jedenfalls richtig gespannt", so Grube über seinen Schützling, für den Hans-Jörg Biber als Eigner verantwortlich zeichnet. Ähnlich Gutes weiß Harald Grube über die Kalatos-Tochter Itzka aus dem Gestüt Hof Iserneichen zu berichten. „Sie verkörpert ein schönes Modell und ist für die besseren Rennen vorgesehen", beschreibt Grube das Potential der Stute. Ein neues Gesicht am Quartier ist auch Mooinooi, die in England erworben wurde. Die Kyllachy-Tochter macht sich nach den Worten ihres Betreuers ausgezeichnet, so dass man auf ihr Debüt sehr gespannt sein darf. Vom Trainer selbst gezogen ist Powered By Love. Der Königstiger-Sohn hatte sich bereits schon für eine Zweijährigen-Karriere angeboten, doch wurde er ganz gezielt für dieses Jahr aufgespart. Den Dreijährigen-Jahrgang komplettiert Shana Doyenne. Die Doyen-Tochter stammt aus der guten S`il vous plait, die ihre beste Leistung einst auf Gruppe II-Ebene als Zweite in den German 1000 Guineas zeigte. Shana Doyenne gilt als kräftige Stute, die nach den Worten des Trainers bereits in diesem Jahr zum Einsatz kommen sollte.

Bei den Älteren kann Harald Grube auf eine ganze Menge erfahrener Schützlinge zurückgreifen, die zu einem guten Grundgerüst für das Punktekonto avancieren sollten. Dazu zählt De Havilland, die in Hamburg zu hohen Odds zum Zuge kam. Die Groom Dancer-Tochter wird als ehrgeizige und schnelle Stute beschrieben, die in dieser Saison durch weitere Siege auf sich aufmerksam machen sollte. In dieses Schema passt auch Fun Fire, die letztes Jahr in Bad Harzburg gewinnen konnte und Wladimir Panov dabei zu einer vielbeachteten Siegesserie am Weißen Stein verhalf. „Ihre besten Rennen läuft sie auf weichem Boden" ergänzt der Trainer zu der fünfjährigen Big Shuffle-Tochter. Zu einem fleißigen Geldsammler brachte es im vergangenen Jahr Kidbrother, der mehrmals beständig ins Geld lief und in Halle ein Rennen gewinnen konnte. „Trotz der durchaus ordentlichen Bilanz hat er mich aber auch drei, vier Mal enttäuscht. Auf jeden Fall benötigt er festen Boden, um sein volles Leitungsvermögen abrufen zu können", ergänzt Harald Grube. Gleich vierfach erfolgreich war in der abgelaufenen Saison La Varaway, womit wir beim fleißigsten Punktesammler des Quartiers angekommen sind. Die achtjährige Fleetwood-Tochter schaffte im Frühjahr und im Sommer jeweils ein Doppel. Dabei hatte man ganz andere Dinge mit ihr vor, von denen sich die Stute aber weniger begeistert zeigte. „Eigentlich sollte sie längst Mutter werden. Da sie aber nicht aufgenommen hat, haben wir sie in den Rennbetrieb zurückgeholt. und Sie hat uns das mit vier Siegen gedankt" schmunzelt der Trainer. Die größte Klasse am Stall vertritt Lord Areion. Auch wenn der mittlerweile achtjährige Areion-Sohn an seinem früheren Können kaum noch zu messen ist, freut man sich über die Neuerwerbung des Stalles Hof Alt Godshorn. „Vielleicht gelingt es uns, ihm wieder Spaß am Laufen zu vermitteln. Dann sollte er seiner Besitzerin in kleineren Aufgaben durchaus viel Freude machen", äußert sich Harald Grube über das neue Gesicht am Stall. Die Stallparade beschließt Unisonow, dem sein Hannover-Sieg wegen einem falschen Gewicht nachträglich aberkannt wurde. Der Acatenango-Sohn hatte Probleme mit der Kniescheibe und wird nach seinem Urlaub in Kürze wieder seine Box am Stall beziehen. „Für den einen oder anderen Punkt sollte er mit Sicherheit gut sein" gibt sich Harald Grube optimistisch.