Aufbruchstimmung auf den Rennbahnen

(29.11.2009/DVR) Ein solches Zukunftsmodell gab es noch nirgendwo: Der Dachverband des Galopprennsports (Direktorium für Vollblutzucht und Rennen) macht Mitglieder und Anhänger des Turfsports zu Teilhabern in einer Firma. Damit will der Galopprennsport sich selber helfen und Kapital für seine Zukunftsaufgaben sammeln. Schon ab 1000 Euro Einlage kann man Mitglied der Beteiligungsgesellschaft werden, die unter der neuen Marke "German Racing" für frischen Wind auf den Galopprennbahnen sorgen soll.

Der Sport mit den edlen Vollblütern ist mit Abstand der älteste organisierte Sport auf der Welt und auch in Deutschland. In den letzten 10 Jahren kam es aber trotz weitgehend stabiler Besucherzahlen und aufsehenerregenden weltweiten Erfolgen der deutschen Galopper zu einem starken Rückgang der Einnahmen auf den Rennbahnen. Verbandspräsident Albrecht Woeste: "Der Sport selbst hat zuviel von seiner einstigen Rolle bei der Vermarktung der Pferdewette preisgegeben. Diese Entwicklung müssen wir mit viel Schwung erheblich verändern."

Mit den Einlagen der Teilhaber will der Verband seine seit drei Jahren vorbereitete Neuorganisation und Strukturreform vorantreiben. Dazu gehört neben einer erheblichen Effektivitätssteigerung durch Zentralisierung von Aufgaben vor allem die Eigenvermarktung der Rennveranstaltungen und der Pferdewette. Verbandspräsident Albrecht Woeste: "Die Pferdewette ist seit über 100 Jahren die einzige uneingeschränkt legale Sportwette in Deutschland. Das ist unsere große Stärke, aus der wir mehr machen müssen, um die existenzwichtige Selbstfinanzierung der Rennen wieder ins Lot zu bringen."

Im Gegensatz zur Weltgeltung und den gewaltigen sportlichen Erfolgen der Galopper aus deutscher Zucht ist der Markt für Pferdewetten hierzulande in Rückstand geraten, nicht nur, wenn man ihn mit den florierenden Rennsportfinanzen im Nachbarland Frankreich mißt.   

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen hat dem sorgfältig vorbereiteten, 111 Seiten starken Investmentprospekt soeben die Zustimmung erteilt, er wird jetzt allen Interessenten zugestellt. Die Zeichnungsfrist läuft ab sofort bis zum 22. Dezember 2009. Aufgebracht werden sollen durch Kommanditeinlagen von Rennsportbeteiligten und –freunden in den nächsten Wochen möglichst 15 Millionen Euro, mindestens aber vier Millionen Euro für eine "kleine Lösung".

"Es muß sich jetzt zeigen, ob unser Sport die Anhänger hat, die er verdient", sagt Galopperpräsident Woeste. Zur Information über das Investment-Projekt und die beabsichtigten Schritte seiner neuen Gesellschaft hat der Verband eine eigene website geschaffen. Sie heißt

http://www.german-racing.com/