Dr. Jobst Buhmann verstorben

(05.12.2011/wis) Beim Blick in das Rennprogramm stolperte man über seine ungewöhnliche Namensgebung, die wie aus dem Leben gegriffen schien. Auf den zweiten, prüfenden Blick, fühlte man sich sofort bestätigt: Ja, es war ein Pferd von Dr. Jobst Buhmann, dessen Kreativität bei der Benennung seiner Vollblüter scheinbar keine Grenzen kannte. Zukünftig wird man nicht nur die aus seiner Feder stammenden Pferdenamen, sondern ihn selbst schmerzlich vermissen. Am Mittwoch der vergangenen Woche ist Dr. Jobst Buhmann im Alter von 74 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben.

Der gelernte Jurist, der sich im Zentrum Hannovers als Rechtsanwalt und Notar niedergelassen hatte, engagierte sich sein ganzes Leben im Pferdesport. Die Liebe zu den Vierbeinern ist ihm dabei in die Wiege gelegt worden. Sein Vater Friedrich Buhmann und der Gründer des Gestüts Evershorst Karl-Heinz Plinke-Buhmann waren Brüder. Gemeinsam zeichneten beide als Züchter und Besitzer der Stute Lustige verantwortlich, die 1955 in den Farben der Gebrüder Buhmann u.a. das Deutsche Derby sowie den Preis der Diana gewann.

Als Zweitältester von fünf Kindern wuchs Dr. Jobst Buhmann auf dem Hof Benrode in Uetze, nur unweit von Hannover auf. Den klassischen Sieg der in Benrode gezogenen Landeskrone, die am 14. Mai 1967 in den Farben des Gestüt Schloß Wald Erbach das Schwarzgold-Rennen gewann und der kleinen Zuchtstätte zu großen Ehren verhalf, erlebte sein Vater nicht mehr. Er verstarb wenige Wochen zuvor. Nach dem Tod seines Vaters übernahm im Frühjahr 1967 Dr. Jobst Buhmann die Zuchtstätte, die auch unter der Bezeichnung Gestüt Benrode bekannt wurde. Stuten die aus seiner über vier Jahrzehnte währenden Zucht stammten und später in die eigene Herde integriert wurden, waren u.a. Mietzekätzchen, Tausendfüsschen, Leckermäulchen, Lütte Marie, Immer toller und Süß und Sauer. Die Nachkommen der neueren Zeit waren Lolli Pop, Sturm und Drang, Saus und Braus, Oh wie schön, Papperlapapp, Lügenbaron, Längen voraus, So oder so, Laufmasche, Piekfein, Pfundskerl, Los geht`s und Sagenhaft. Blacktype-Klasse vertraten die Slowakische Derbysiegerin Lauf nach vorn, Lüttje Lage, Ohne Sorge, Lüttis Champ und Picobella. Letztgenannte, für die Dr. Jobst Buhmann gemeinsam mit Friedrich von Lenthe als Eigner verantwortlich zeichnete, sorgte im Frühjahr 2008 mit ihrem Sieg in den tschechischen 1.000 Guineas für einen klassischen Erfolg.

Dr. Jobst Buhmann war auch ein erfolgreicher Turnierreiter, der es bis zum Champion der niedersächsischen Springreiter brachte. Im Vollblutlager bekleidete er eine ganze Reihe von Ehrenämtern, in denen er sich mit großer Passion engagierte: Von 1980 bis 1987 war Dr. Jobst Buhmann nicht nur Präsident der Norddeutschen Besitzervereinigung und damit der Vorgänger des ihm anschließend folgenden hannoverschen Anwaltskollegen Horst Mast, er war über viele Jahre auch Vorstandmitglied der gesamtdeutschen Besitzervereinigung. Bis 1997 war er zudem Mitglied der Zuchtkommission und des Renngerichts beim Direktorium für Vollblutzucht und Rennen in Köln.

In seiner Freizeit war Dr. Jobst Buhmann engagierter Rotarier. Zudem widmete er sich gemeinsam mit seiner Frau Francoise dem Golfspielen. Buhmann, der stets von einem sehr ausgeprägten Humor umgeben war und die Geselligkeit liebte, gehörte als Mitglied über viele Jahre dem Union Club, dem Internationalen Club in Baden-Baden sowie dem Hannoverschen Rennverein an.