Hamburg: Windstoß-Bruder Weltstar triumphiert im IDEE 149. Deutschen Derby

(08.07.2018/GR/wis) Im bedeutendsten Rennen der deutschen Galopp-Saison wurde Geschichte geschrieben: Der von Champion Markus Klug für das Gestüt Röttgen trainierte dreijährige Hengst Weltstar (32:10) gewann nur ein Jahr nach seinem Halbbruder Windstoß mit Jockey Adrie de Vries (48) das IDEE 149. Deutsche Derby auf der Galopprennbahn Hamburg-Horn.

Vor 15.200 Zuschauern sicherte sich Klug damit sein drittes Blaues Band, nach Sea The Moon 2014 und Windstoß 2017. Der Holländer Adrie de Vries triumphierte zum ersten Mal im Deutschen Derby, während das Gestüt Röttgen vor einem Jahr eine seit 1959 währende Durststrecke beendet hatte, nun war die Zuchtstätte vor den Toren Kölns erneut auf der Siegerstraße. 390.000 Euro betrug die Siegprämie. Für Deckhengst Soldier Hollow war es 2018 ein Komplett-Erfolg, denn er stellte auch den Zweitplatzierten Destino aus dem Gestüt Park Wiedingen.

Es war ein atemberaubender Endkampf in dem mit 650.000 Euro dotierten Europagruppe I-Rennen. Dieser entwickelte sich zwischen zwei Pferden von Markus Klug, denn in der alles entscheidenden Phase setzten sich Weltstar und Destino (Adrie de Vries) von den Gegnern ein wenig ab, nachdem der Brümmerhofer Aldenham bis weit in die Zielgerade die Spitze inne hatte. Doch dann kamen Weltstar von sechster Position und der zwei, drei Plätze hinter ihm gehende Destino. Es entwickelte sich ein faszinierendes Duell wie zuletzt im Oppenheim-Union-Rennen in Köln, mit demselben Ausgang wie in der bedeutendsten Derby-Vorbereitungsprüfung. Kurz schien Destino schon im Vorteil, doch dann zog Weltstar nach einem Klasse-Fight von Adrie de Vries nochmals entscheidend an und eroberte erneut einen Vorsprung von einem Hals auf Destino.

De Vries erklärte gegenüber German Racing: „Ich hatte sehr viel Vertrauen in Weltstar, allerdings auch Angst vor Destino, der in der Union schon so stark gelaufen war. Das Derby fehlte noch auf meiner Liste. Es war ein großer Wunsch, dieses Rennen zu gewinnen. Heute hat es endlich geklappt. Martin Seidl hatte mich mit Destino schon passiert, aber mein Pferd hat mächtig angezogen."
Auch Martin Seidl war trotz der knappen Niederlage mit Rang zwei von Destino zufrieden: „Das war ein sehr gutes Ergebnis. Ich war allerdings von an Weltstar vorbei, bevor er zurückkam. Weltstar ist ein verdienter Sieger."

Markus Klug ließ seinen Emotionen nach diesem grandiosen Derby-Doppelsieg freien Lauf: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, nun wieder das Derby gewonnen zu haben. Ich war noch nie Erster und Zweiter hier. Eine Woche vor dem Derby bin ich kaum ansprechbar, nun entlädt sich alle Anspannung und es herrscht pure Freude, zumal es der zweite Sieg in Folge für das Gestüt Röttgen war. Ich bin überglücklich. Wir haben Turf-Geschichte geschrieben. Der erste Derby-Sieg war schön, der zweite außergewöhnlich, und der bringt uns in die Reihe der ganz Großen. Ich kann mein Glück kaum in Worte fassen. Zwischen Weltstar und Destino lag auch heute nicht viel. Ich konnte schon früh jubeln, da beide sich deutlicher abgesetzt hatten. Genannt sind sie für alle möglichen Gruppe I-Rennen. Wir wollen allerdings nicht unbedingt gegeneinander und nicht gegen die Brüder Windstoß und Dschingis Secret laufen."

Der Favorit Royal Youmzain (Eduardo Pedroza) wirkte lange sehr gefährlich, doch stand er nicht ganz durch und wurde Dritter vor Salve Del Rio, der als Vierter vor dem bis weit in die Gerade führenden Aldenham (Fünfter) die Viererwette komplettierte. Die anderen Kandidaten im 13er-Feld (Chimney Rock war abgemeldet worden) spielten früh keine Rolle mehr.