Zum Tod von Manfred Chapman

In Frankfurt hast Du das Licht der Welt erblickt,
von Richard aus der Margarethe an den Start geschickt,
vor 71 Jahren gingst Du in Dein Rennen,
unsere Distanz wir niemals kennen.

Aus dem Mutterleib gleich in die Karre,
dauerte es gar nicht lange,
Rennbahnen wurden Dein Ziel,
denn Pferde wurden nie zu viel.
 
Als kleines Kind in Deinem Zimmer,
da sorgtest Du für viel Geklimper,
Murmeln rollten über ein Feld,
Pferderennen wurden nachgestellt.
 
Die Wiege Deiner Kommentare,
waren Murmeln mit einem Namen,
beim Finish gab es Dramatik-Laute,
und, wenn einer eine Murmel klaute.
 
1971 waren alle ganz Ohr,
Hans Heicke war Dein Mentor,
im Preis von Europa hast Du ihn vertreten,
und Deine Weiche gestellt fürs Leben.
 
Mit 23 machtest Du das locker,
hautest alle gleich vom Hocker,
saßt mit Übersicht und viel Passion,
auf der ersten Stufe schon vom Thron.
 
Bis 1983 Hamburg in der Woche,
dann das Meeting ununterbrochen,
`85 kamen Düsseldorf und Köln hinzu,
auch Dortmund und Baden machtest Du.
 
Mit viel Einsatz und ohne Pause,
Deine Stimme war überall zuhause,
Du lebtest und liebtest den Sport,
zogst mit Uschi von Ort zu Ort.
 
Mit Deiner Stimme auf der Bahn,
zogst Du alle in Deinen Bann,
mit Emotionen und viel Scherz,
Sachverstand und ganz viel Herz.
 
Unvergessen das Derby mit Laroche,
hast „Stevie" laut ins Ziel gepusht,
als Samum im Finish explodierte,
und Deine Fans Dir applaudierten.
 
Als dann noch die Alster brannte,
Deine Kommentare jeder kannte,
manchmal übers Ziel geschossen,
hatte kein Verein mit Dir gebrochen.
 
Vor acht Jahren gingst Du vom Turm,
drehtest hinter Dir den Schlüssel um,
mit Klotz und Fernglas in der Hand,
haben wir alle Dich gekannt.
 
Voller Dankbarkeit wir uns verneigen,
wirst immer in unseren Herzen bleiben,
denn 71 Jahre in Deinem Leben,
hast Du dem Sport so viel gegeben.
 
Danke Manni!
 
 
 
Sven Wissel
(12.03.2020)